Mittwoch, 12. Oktober 2016

Alle Jahre wieder - Silvesterangst bei Hunden

Jedes Jahr immer wieder das Gleiche: Millionen Euro werden in den Himmel geschossen. Dabei regen sich so viele Menschen darüber auf, dass sie immer weniger Geld im Geldbeutel haben. Und trotzdem….. Geld zum in die Luft schießen ist genug da. Ja, ich weiß, nicht bei jedem. Ich möchte auch nicht alle über einen Hut kehren.

Worauf ich eigentlich hinaus will ist: Je lauter es knallt, desto besser ist es. Dabei denken die meisten Menschen nicht an die Tiere, nicht an die Wildtiere, nicht an die Tiere die im Offenstall stehen, nicht an die Tiere, die vielleicht noch auf den Weiden stehen, nicht an die Katzen, die verängstigt sind, die vielleicht wild und panisch umher rennen. Und auch nicht an die Hunde die diese Knallerei, die Lichtblitze und den Gestank nicht einordnen können. Meist werden die ersten Böller schon Tage vorher abgeschossen und niemand macht sich Gedanken darüber, dass manche Hunde schon ab dann kaum mehr essen, nicht zum Pieseln nach draußen wollen und sich in der hintersten Ecke unter dem Bett verkriechen und nicht dazu zu bewegen sind, da jemals wieder raus zu kommen.

Es gibt immer noch Tierärzte, die Acepromazin verordnen. Acepromacin ist ein Neuroleptikum/Sedativum und wird unter den Handelsnamen Vetranquil, Sedalin, Calmivet und Prequillan vertrieben.
Nach Gabe dieses Mittels sind die Hunde äußerlich vollkommen ruhig, sie liegen auf ihrer Decke oder in ihrem Körbchen und alles scheint in Ordnung. Doch dies ist ein Trugschluss. Die Hunde sind nicht mehr in der Lage, eine körperliche Reaktion zu zeigen. Der Geist ist aber voll da. Das heißt, das Geräuschempfinden ist nicht ausgeschaltet, die Angst weiterhin vorhanden. Was das bedeutet, ist klar: Die Hunde MÜSSEN diese Knallerei, die ungewöhnlichen Lichtblitze und den Gestank über sich ergehen lassen, sie können sich nicht an den Ort verkriechen, der ihnen am sichersten erscheint, sie können nicht Zuflucht bei ihrem Menschen suchen, bei dem sie wissen, dass sie sicher sind. Sie können nicht flüchten,  denn … sie können sich nicht bewegen. Sie sind mit ihrer Angst in ihrem Körper gefangen. Und wir Menschen glauben, dass alles in bester Ordnung ist. Man sieht es nur nicht.

Dabei gibt es einiges, wie man seinen Hund unterstützen kann. Sicher muss man erst mal heraus finden, was am besten ist. Das mussten wir auch.
Zum Beispiel kann der Einsatz von Bachblüten sehr hilfreich sein. Ich meine mit Bachblüten nicht einfach nur Rescue-Tropfen. Ich meine damit speziell auf den Hund und seine Angst abgestimmte Bachblüten. Dazu sollte man seinen Hund und sein Verhalten genau beschreiben können. Ein verantwortungsvoller Tierheilpraktiker wird bei der Auswahl aus den 38 Bachblüten behilflich sein.

Auch ein Thunder-Shirt kann helfen, die Silvesterangst (oder auch andere Stresssituationen) zu lindern. Ein enganliegendes Shirt, was einen beruhigenden Effekt auf den Hund erzielt.
Den gleichen Effekt kann man erreichen mit einem Körperband aus der Tellington TTouch-Arbeit. In einer einfach anzulegenden Wickelart wird das Körperband um den Körper des Hundes gelegt. Auch hier kann eine beruhigende Wirkung erreicht werden.

Die Anwendung von Duftölen kann helfen, die Panik zu lindern. Ebenso das Abspielen beruhigender Musik, wie indianische Musik, Musik mit Wassergeplätscher oder auch Töne von Klangschalen.

Die Möglichkeiten sind vielfältig. In Zeiten des Internets hat heute fast jeder die Möglichkeit, sich zu informieren und entsprechende Hilfe zu finden.


Bei uns hat die Kombination von Duftölen (Ylang Ylang und Sandelholz), indianischer Musik und dem Körperband ein wahres Wunder bewirkt. Im letzten Jahr konnte unsere Hündin das erste Mal seit Jahren einfach nur in ihrer Box liegen bleiben, ohne panisch von einem Versteck zum anderen zu rennen.

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